Gefährdung der Streuwiesen

Die Kultur der Streuewiesen hatte ihren Höhepunkt Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Zuge der Meliorationsbewegung, d.h. der Landgewinnung auf feuchten Flächen während der NS-Diktatur, aber auch durch die Einführung von strohlosen Spaltenböden in den Milchviehställen wurden die Streuewiesen zunehmend in Futterwiesen, Acker- oder Obstbauflächen umgewandelt. Über 80% der Streuewiesen-Fläche ging in Oberschwaben, im Allgäu und am Bodensee verloren. Heute sind die Streuewiesen vor allem durch Stickstoffeintrag benachbarter Felder wie Maisäcker oder Düngung durch Gülle bedroht. Außerdem kann es vorkommen, dass ein übereifriger Nachbar einfach ein Stück Streuewiese wegpflügt und unerlaubterweise in Kultur nimmt. Aber auch Neophyten wie die Goldrute, das Indische Springkraut oder die seit altersher einheimische Kratzbeere gefährden den Bestand der typischen Streuewiesen-Pflanzen vor allem durch Licht- und Platzkonkurrenz.